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#46
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Wir sind alle mit dieser Geschichte aufgewachsen. Einige kennen sie von Zeitzeugen, andere aus der Schule.
Den meisten wurde versucht ein schlechtes Gewissen zu implantieren. Je mehr man diese Gewissen überlastet und überfordert, desto eher schlägt es ins Gegenteil herum. Wir leben ein paar Generationen später. die wenigsten haben überhaupt in einem verantwrtungsfähigen Alter die Nazizeit erlebt. Unsere Aufgabe ist es, eine Wiederholung zu verhindern und das ist Arbeit genug. Diese ständige Zwangserinnern und das Glorifizieren des Leids geht mir persönlich langsam richtig gegen den Strich. Gerne wird auch vergessen, dass neben den Juden auch die Kommunisten, Schwulen und andere damals erklärte Mindermenschen gelitten haben. Was allerdings die jüdische Gemeinde angeht, so scheint ihr sehr daran gelegen, dieses schlechte Gewissen am Leben zu halten und das muss man ihr seit vielen jahren vorwerfen. |
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#47
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viele aeltere und alte menschen haben schlimme und schlimmste dinge erlebt.
die geschichten gehen einem an die substanz. ob es nun deutsche in russischer gefangenschaft sind oder juden in deutscher. ob es fluechtlingsfrauen waren die in trupps von soldaten geraten sind und schlimmste dinge erlebt haben, oder gar kinder die in den krieg geschickt wurden zum toeten. krieg ist schlimm. die erinnerungen die die menschen haben, die es miterlebt haben, werden im alter ja nicht besser, sondern holen vielleicht gerade dann den menschen ein, der sie erlebt hat und erfolgreich geschafft hat, alles zu verdraengen und ein 'normales' leben zu fuehren. mir tut es um die juedische bevoelkerung leid, die damals schlimme, schlimmste dinge erlebt hat und das in massen. genauso tut mir aber mein eigener opa leid, der am ende des krieges in gefangenschaft geraten ist und dort eine weile war. meine 3 onkels, die in gefangenschaft geraten waren und dort schlimmste dinge erlebt haben oder gar mein 4ter onkel, der knapp 2 wochen auf einem haufen toter lag und noch lebend herausgefischt wurde, dieser mann hat niemehr geschafft, das was wir 'normales leben' nennen zu fuehren. krieg und deren rangerscheinungen ist IMMER schlimm. ich finde es gut wenn die menschen, die erlebnisse und erinnerungen aus erster hand haben, diese weitergeben, damit das grauen nicht vergessen wird und gerade aus dem mund einer person, die selber dort war, sind die geschichten und worte nochmal ehrlicher. das hilft vielleicht in zukunft keine neuen kriege anzustreben, aber ich glaube es eher nicht, die menschen sind einfach nicht menschlich. liebe gruesse schnupp |
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#48
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hallo carsten,es geht hier nicht um schuldbewustsein oder
schlechtes gewissen.die das getan haben sind fast alle tot. mir geht es darum das man die vielen opfer juden ,sintis roma. schwule usw nichtvergisst. bei den juden war es nun einmal ein völkermord.daran sollten auch die jüngereb denken. |
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#49
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Die Wenigsten werden es in diesem Land vergessen. Wir brauchen aber auch nicht die ständigen Mahner, die uns alles immer wieder im Detail vor Augen führen wollen.
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#50
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Auch wenn das Thema nicht Judentum im 21. Jahrhundert lautet, wurde hier doch viel über Israel und die Juden gesprochen.
Die ARD hat einen Videoblog eingerichtet, der wöchentlich aus dem nahen Osten berichtet. Das erste Thema befasst sich mit jüdischen Siedlern und zeigt ganz deutlich eine (nicht die!) Seite des jüdischen Selbstverständnisses. Video-Blog: "Es geht nicht nur um die Siedlungen" | tagesschau.de |
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#51
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Zitat:
Ich "kennen keine" deutschen jüdischen Mitbürger. Und die, die man im Fernsehen sieht, tun alles Andere, als sich von einer positiven Seite zu zeigen. Ich spreche ausschließlich von den Deutschen der jüdischen Religionsgruppe. Beispiel: * ich habe niemandem im Leben etwas schlimmes getan. Vorgehalten bekomme ich aber, sobald es Kritik an Israel gibt: Ihr Deutschen, ihr dürft euch keine Meinung biolden! Warum nicht? Ich schon! Ich darf das! * Ich bekomme immer wieder Schuldgefühle eingeredet, dass das an der jüdischen Regelgionsgruppe von uns Deutschen (also auch von mir) schlimm war. Ja, war es: aber mal mit etwas Abstand gesprochen: - nicht von mir! Ich wollte gerne mal ein paar jüngere deutsch-jüdische Menschen kennen lernen. Habe ich dann auch. Habe dann auch mit denen über das Thema gesprochen und die Erfahrung gemacht: auch die jungen jüdischen Deutschen haben wenig Einblick in die Geschichte und können die Geschichten der Vorfahren nicht ganz nachvollziehen. Es wurde nicht am eigenen Leib erlebt. das gespräch wurde dann eher von denen, als von mir in eine andere Richtung geleitet. Für mich im Ergebnis: das vergessen von Leid beträgt nur eine Generation! Deshalb wiederholt sich Leid auch sooft. Anderes Beispiel. Hatte vor eine Weile mit einem Menschen aus Stralsund zu Tisch gesessen. Er saß in der DDR mehrere Jahre im Gefängnis: weil er zum DDR-Nationalfeiertag eine weiße Fahne aus dem Fenster gehängt hat... Man vergisst es und selber betrifft es einen nicht. ABER: und hier möchte ich einhaken auf die Ausgangsfrage - Man behält sich das über zwei bis drei Generationen in Erinnerung, weil man es mündlich und schriftlich direkt von den betroffenen Generationen erzählt bekommt. Ansonsten bleibt es danach Geschichte, wie die vielen Toten anderer Schlächter der Geschichte, die es immer wieder gab. Wovor ich Angst habe, was man auch immer mehr bemerkt: dass Hitler und Co. verklärt werden zu etwas "Gutem". Das ist gefährlich, aber auch hier eine Form der Geschichte der Menschen... Die vielen Toten von Hannibal und dem Makedonier Alexander werden auch vergessen. Heute sind sie große Feldherren, obwohl sie für ihre Zeit damals ins Verhältnis zur Bevölkerungsdichte gesetzt "Schlächter" waren. "Nur" nicht mit ethnischer Säuberung. |
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#52
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Sicherlich ein dunkles Kapitel in der Geschichte dieses Landes, ich kann es aber nicht mehr hören. Immer diese Erwartungshaltung dass man von Geburt an schuldig ist, ich halte das für Schwachsinn.
Meine Großeltern haben zu der Zeit zwar schon gelebt, waren aber noch kleine Kinder. Selbst die trifft also keine Schuld daran. Wieso zum Teufel sollte ich mich dann 3 Generationen später zur Schuld ermahnen lassen. Mit dem stetitigen Widerkäuen der Schuldkeule fördert man nur Verdrossenheit. Und da wir uns ja als Republik schon so sehr eingeredet haben an allem Unheil in dieser Welt schuld zu sein gehört es natürlich auch nicht zum guten Ton eines Deutschen die Schieflage auf dem Gazastreifen anzuprangern. Immerhin bietet sich der Vorwurf des Antisetismus doch nirgendwo besser an als bei einem kritischen Deutschen. Geändert von Dave (09.02.2010 um 10:14:34 Uhr) |
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#53
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dave trifft es auf den punkt.
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#54
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Dave,keiner soll sich von euch oder eltern schuldig fühlen.die zeit
ist vorbei. wer immer davon redet sind die politiker,die alles wieder hochkochen. flieg mal nach israel,keiner wird dir als deutscher ein böses wort über die vergangenheit sagen. |
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#55
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Eben, es sind unsere Politiker und unsere Medien. Bei Bedarf dann auch noch der Zentralrat der Juden, der sich nicht scheut alles mit den Greueltaten des dritten Reiches zu vergleichen und ihrer Religionsgemeinschaft mit dem Auftreten hier keinen gefallen tut.
Aber das reicht mir persönlich um mich mit mittlerweile zu nerven. Wenn mir einer mit dem Thema anfängt roll ich schon unbewusst die Augen weil ich es nicht mehr hören kann. Allein in der Schule hat man das Thema mindestens drei mal. Einmal in Geschichte, einmal in Religion, einmal in Politik. Geht es dann weiter als das 10. Schuljahr besteht die Wahrscheinlichkeit dass es noch 3 mal kommt, in den selben Fächern. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich mein bei mir war es 5 mal dran. |
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